Samstag, 16. Februar 2013

10 Fragen an... Ivonne Keller


Ivonne Keller, die 1970 in der Nähe von Frankfurt am Main geboren wurde,
 schreibt seit 2008.
Ihr 2010 geschriebener Roman "Hirngespenster" wurde im Dezember 2012 
 bei neobooks (Verlagsgruppe Droemer Knaur) als Ebook veröffentlicht.
Für viele weiter Infos werft einen Blick auf ihre Seite:

Meine Rezension zu "Hirngespenster" findet ihr hier.


Zuerst einmal auch Dir ein großes Dankeschön das Du Dir die Zeit nimmst um meine Fragen zu beantworten. 
Aber sehr sehr gerne! :-)  Danke, dass du mich interviewst!
  
1.Wann hast Du Deine Liebe zu Büchern entdeckt? Als Kind, Jugendliche, Erwachsene? Und gibt es ein Buch aus dieser Zeit das Dir ganz besonders in Erinnerung geblieben ist? 
Mein erstes Buch bekam ich 1976 von einer Tante geschenkt. 
Es war in Schreibschrift und hieß „Die vornehme Katze Suleika“. 
Ich habe es heute noch. Bei uns zu Hause wurde nicht viel gelesen, Bucher hatten wir kaum. 
Ich ging früh in die Bücherei unseres Ortes und lieh mir die Höchstanzahl Bücher aus, das waren glaube ich sechs Stück für vier Wochen. Ich las die ganzen Serien wie Dolly, Die Fünf Freunde, Geheimnis um … , Burg Schreckenstein, später gab ich mein gesamtes Taschengel für TKKG Bücher aus – ich hatte alle Bände. 
Leider ist mir kein Buch in besonderer Erinnerung, ich habe einfach unzählige verschlungen. Einzig die „Pucki“-Reihe von Magda Trott ist mir nachhaltig in Erinnerung, da lernt man die Protagonistin als Kleinkind kennen und begleitet sie über mehrere Bände hinweg bis sie selbst Großmutter ist. Als Mädchen hat mich diese Geschichte völlig fasziniert.
Wenn ich an die Bücherei denke, fallen mir zwei Dinge ein: Das Geräusch des Abgabedatum-Stempels auf dem Zettel, der hinten in jedem Buch klebte, und das anschließende Zuklappen und Ablegen des Buches auf dem Bücherstapel.
:-)


2. Was hast Du getan, nachdem Du Deine Zusage für Deine 1.Veröffentlichung bekommen hast? Wie verlief der restliche Tag? Hast Du Dein Telefonbuch rauf und runter abtelefoniert? Gefeiert? 
Die Zusage bekam ich kurz nach 23 Uhr per Email von meiner Lektorin.
Ich dachte, ich bekomme einen Herzinfarkt, ich war gerade im Begriff, meinen Laptop nach dem Schreiben zu schließen, als die Email eintraf und ich dachte zuerst, es wäre eine freundlich formulierte Absage. Als ich den Inhalt erfasst hatte, lief ich sofort zu meinem Mann ins Wohnzimmer und las sie ihm vor. 
Erzählen konnte ich erst mal niemandem davon, es war noch geheim. Freunden, die sich für meine Schreibleidenschaft interessieren, erzählte ich natürlich sofort davon.


3. Wenn Du eine neue Geschichte beginnst zu schreiben, hast Du Sie dann schon von Anfang bis Ende im Kopf? Oder entwickelt es sich erst beim Schreiben und Du kennst das Ende selbst noch nicht? 
Ich plane nicht gerne. Das ist eigentlich unprofessionell, aber da ich mich ein einziges Mal am Planen eines Romans versucht habe und dann nach sechs Monaten feststellen musste, dass mich weder die Geschichte noch die Figuren mehr interessierten, habe ich für mich akzeptiert, dass meine große Lust am Schreiben in der Überraschung besteht. 
Ich schreibe nicht gern die 2. Fassung, sondern das Original. 
Natürlich habe ich eine grobe Idee, die Anfang und Ende umfasst, die ich auch gleich niederschreibe – das Dazwischen aber, die Wendungen und Überraschungen,  lasse ich auf mich zukommen. Mittlerweile habe ich genügend Schreiberfahrung, dass ich trotzdem den roten Faden behalte. Ich muss an der Seite meiner Protagonisten die Geschichte beschreiten. Wenn ich viel mehr weiß als sie, bin ich leider nicht in der Lage, sie authentisch handeln zu lassen. Es fühlt sich dann an, als ließe ich Marionetten tanzen.


4. Zu Zeiten von Ebook-Readern und dem digitalen Lesen, an welchem Buch hängt Dein Herz (weshalb es wohl für immer in gedruckter Ausgabe in Deinem Bücherregal stehen wird)? 
Zwei Bücher: Die Bücherdiebin von Markus Zusak und „Die Einsamkeit der Primzahlen“ von Paolo Giordano Beide werden sicher für immer in meiner Erinnerung sowie in meinem Regal bleiben, weil sie mich sprachlich so sehr beeindruckt haben, wie es Bücher selten bei mir schaffen. Seitdem ich schreibe, bin ich ein sehr kritischer Leser, weshalb ich sehr viele Englische Bücher lese – da habe ich mehr Abstand zur Sprache.


5. Dein Lesehighlight 2012? 
2012 habe ich nur vier Bücher gelesen, weil ich hauptsächlich mit der Überarbeitung meines Romans Hirngespenster beschäftigt war. Das lustigste Highlight war „I’ve got your number“ von Sophie Kinsella. Sehr viel lachen musste ich auch bei „Das war ich nicht“ von Kristof Magnusson. Einfach großartig. Der Hundertjährige der aus dem Fenster stieg hat mich nur bis Seite 100 an der Stange halten können, danach war’s vorbei.


6. Wo schreibst Du am Liebsten? Im Arbeitszimmer, Garten,…. 
Ich schreibe überall, nur nicht am Schreibtisch. Mein liebster Schreibort ist mein Bett. Daran sieht man schon, dass ich fast ausschließlich abends schreibe, weil mein Tag mit Job und drei Kindern einfach voll ist. Außerdem kann ich mich am Tag zu Hause nicht gut konzentrieren, weil ich durch Haushalt und Internet sehr abgelenkt bin. Daher habe ich es mir zur Angewohnheit gemacht, auf dem Weg zur Arbeit in der S-Bahn zu schreiben. Meist fahre ich auch am Wochenende mal eine Runde S-Bahn ohne auszusteigen. Dort kann ich mich einfach super konzentrieren. J Im Sommer gehe ich in den Garten.


7. Wie stehst Du zu Buchverfilmungen? Erst Buch oder erst Film? Und wenn Du zuerst den Film gesehen hast, liest Du danach trotzdem noch das Buch?
Ich gehe leider nicht besonders oft ins Kino. Und die Verfilmung von einem Buch, das ich schon gelesen habe, reizt mich nicht. Das liegt aber eher an den Figuren als an der Handlung. Wenn man ein Buch liest, hat man ja eine bestimmte Figur im Kopf. Und wenn der Schauspieler dann völlig anders aussieht, als mein gedachter Held, habe ich wirklich Schwierigkeiten. Bei Forrest Gump habe ich zuerst den Film gesehen und anschließend das Buch auf Englisch gelesen. Ich habe Tränen gelacht – es war noch viel besser als der Film.

8. Auf welche Buchveröffentlichung freust Du Dich 2013?
Ich freue mich auf jedes neue Buch von Petra Hammesfahr, Marian Keyes und Sophie Kinsella und muss gestehen, dass ich sehr wenig Neues ausprobiere. Dadurch, dass ich jetzt sehr viele Blogger kenne, sollte sich das eigentlich mal ändern – Lesevorschläge bekommt man ja ausreichend geliefert!
J



9. Schreibst Du gezielt zu festen Zeiten oder einfach nur spontan wenn Dir danach ist?
Ich schreibe fast jeden Abend und in der S-Bahn. Das sind meine festen Zeiten. 

 
10. Welches Buch liest Du aktuell? 
Ich lese gerade „Abgeferkelt“ von Andrea Hackenberg, die ich letztes Jahr auf einem Publishing-Stammtisch kennenlernte. Ich war sehr neugierig, wie sie schreibt und es gefällt mir gut – die Dialoge sind toll. Ich habe noch nie vorher deutsches Chicklit gelesen – ich tue das normalerweise nur auf Englisch und mit sehr viel Vergnügen. Als nächstes ist ein Roman von der Krimiautorin Sabine Kornbichler an der Reihe, er liegt schon neben meinem Bett.

Vielen lieben Dank für die tollen Antworten :-)




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