Montag, 15. April 2013

10 Fragen an... Katrin Koppold


Heute stand mir Katrin Koppold Rede und Antwort, vielen Dank dafür!!!
Die 1976 geborene Schriftstellerin veröffentlichte im November 2012 ihren 
Roman "Aussicht auf Sternschnuppen", 
den ihr direkt auf ihrer Homepage auch bestellen könnt.
Ich habe das Buch bereits hier liegen, und freue mich darauf es die nächsten Tage zu lesen und hier vorzustellen.
Wer mehr über die Autorin und ihre Werke erfahren möchte, sollte auf jedem Fall ihre Seite besuchen:


1. Wann hast Du Deine Liebe zu Büchern entdeckt? Als Kind, Jugendliche, Erwachsene? Und gibt es ein Buch aus dieser Zeit das Dir ganz besonders in Erinnerung geblieben ist?
Als kleines Kind schon. Meine Eltern haben mir von Anfang an jeden Abend vorgelesen und wenn mich ein Buch interessiert hat, haben sie es mir auch sofort gekauft. Ich konnte auch schon lesen, bevor ich eingeschult wurde. Als Kind liebte ich die „Kleine Hexe“ von Ottfried Preußler, „Die Kinder von Bullerbü“ von Astrid Lindgren und „Und dann kroch Martin durch den Zaun“ von Dorothea Desmarowitz. Letzteres wird heute überhaupt nicht mehr verlegt, ist aber ein wirklich ganz zauberhaftes Plädoyer für mehr Toleranz gegenüber Menschen, die anders sind. Auch „Oh, wie schön ist Panama“ von Janosch verbinde ich mit meiner Kindheit. Eine Kiste, die nach Bananen roch, hat meine Fantasie angeregt. Ich war aber furchtbar enttäuscht, dass der kleine Bär und der kleine Tiger am Ende wieder genau dort herauskamen, wo sie aufgebrochen waren, und habe die Botschaft, die dahinter steckt, gar nicht mehr verstanden. Die erste Romanfigur, in die ich mich unsterblich verliebt habe, war Birk Borkason aus „Ronja Räubertochter“ von Astrid Lindgren.

2. Was hast Du getan, nachdem Du Deine Zusage für Deine 1.Veröffentlichung bekommen hast? Wie verlief der restliche Tag? Hast Du Dein Telefonbuch rauf und runter abtelefoniert? Gefeiert? 
Leider habe ich es nicht geschafft, einen Vertrag von einem meiner bevorzugten Verlage zu ergattern. Allerdings hatten sich im Vorfeld mehrere Literaturagenturen dafür interessiert, den Roman zu vertreten. Als von ihnen die erste Zusage bekommen habe, war ich komplett aus dem Häuschen, denn man sagt, dass es lediglich 5% aller Schriftsteller schaffen, bei Agenturen unterzukommen.
Ein ganz besonderere Moment für mich als Indie-Autorin war das Hochladen der Roman-Datei bei Amazon, denn man schickt "sein Baby" ja auf eine Reise, von der man gar nicht weiß, wohin sie ihn führt. Ich habe zu diesem Anlass eine große Buchtaufparty gegeben und meine Freunde und Bekannte eingeladen und dort auch das erste Mal vor Publikum gelesen. Dass alle Gäste immer an den richtigen Stellen gelacht haben, hat mich immens beruhigt. Und es ist für mich mich ja dann auch richtig gut gelaufen, denn ich bin tollerweise in die Top 10 der Amazon-Kindle-Charts mit "Aussicht auf Sternschnuppen" gekommen.

3. Wenn Du eine neue Geschichte beginnst zu schreiben, hast Du Sie dann schon von Anfang bis Ende im Kopf?
Oder entwickelt es sich erst beim Schreiben und Du kennst das Ende selbst noch nicht? Planlos vor mich hinschreiben kann ich leider gar nicht. Ich entwickele die Geschichte erst, bevor ich anfange, zu schreiben.

4. Zu Zeiten von Ebook-Readern und dem digitalen Lesen, an welchem Buch hängt Dein Herz (weshalb es wohl für immer in gedruckter Ausgabe in Deinem Bücherregal stehen wird)?
Das erste Buch meiner Taschenbuch-Ausgabe von „Aussicht auf Sternschnuppen“, das ich in der Hand hatte. Ich würde es niemals hergeben. Es ist ja mein erstes Buch und alles, was damit zu tun hatte, war schon sehr aufregend. Unglaublich viele schöne Erinnerungen stecken darin und auch meine Reise nach Italien, bei der ich die im Roman beschriebene Route abgefahren habe, war eine ganz unvergleichliche Erfahrung.

5. Dein Lesehighlight 2012?
 „Das geheime Vermächtnis“ von Katherine Webb, „Kaputte Suppe“ von Jenny Valentine und „ So unselig schön“ von Inge Löhnig. All diese Bücher kamen genau zur richtigen Zeit in mein Leben.

6. Wo schreibst Du am Liebsten? Im Arbeitszimmer, Garten,….
Eindeutig im Garten. Und vor allem wenn es richtig warm ist. Ich liebe es mit dem Computer auf der Terrasse zu sitzen und bis tief in die Nacht hinein zu schreiben. Ich bin sowieso jemand, der sich gern draußen aufhält und den bei gutem Wetter nichts drinnen hält.

7. Wie stehst Du zu Buchverfilmungen? Erst Buch oder erst Film? Und wenn Du zuerst den Film gesehen hast, liest Du danach trotzdem noch das Buch?
Ich mag Buch-Verfilmungen, denn ich bin immer gespannt, wie denn die Bilder, die ich im Kopf entwickelt habe, umgesetzt wurden. Klar bin ich auch manchmal enttäuscht, wenn gar zu viel von der Handlung gekürzt wurde, aber meistens denke ich nicht viel darüber nach, sondern lasse mich auf den Film ein. Die nächste Literaturverfilmung, die ich mir anschauen werde, wird „Rubinrot“ von Kerstin Gier sein. Viele Leser haben mir geschrieben, dass sie denken, dass mein Buch sich gut dazu eignen würde, verfilmt zu werden. Darüber freue ich mich immer besonders, denn eine Verfilmung wäre tatsächlich mein allergrößter Traum.

8. Auf welche Buchveröffentlichung freust Du Dich 2013? 
Auf das neue Buch von Marian Keyes. „The Mistery of Mercy Close“ ist bereits auf Englisch erschienen. Aber da mein Englisch nicht sooo gut ist, befürchte ich zu viel von ihrem wunderbaren Wortwitz zu überlesen und warte von daher noch ein bisschen.

9. Schreibst Du gezielt zu festen Zeiten oder einfach nur spontan wenn Dir danach ist?
Da ich zwei Kinder habe und als Lehrerin arbeite, ist es schwer, feste Zeiten einzuhalten. Ich habe es mal versucht und mich dabei aber so sehr unter Druck gesetzt, dass ich gar nichts auf den Bildschirm gebracht habe. Ich schreibe also, außer wenn ich einen Abgabetermin habe, wirklich nur, wenn ich Lust darauf habe.

10. Welches Buch liest Du aktuell?
Ich habe gerade „Wieviel Leben passt in eine Tüte?“ von Donna Freitas beendet. Ein wunderbares Buch. Traurig, aber trotzdem sehr, sehr schön. Und es regt zum Nachdenken an. Jetzt habe ich „Das Schicksal ist ein mieser Verräter“ begonnen. Und das erste Kapitel hat mich bereits überzeugt. Das Thema Krebs wird sehr ernsthaft und trotzdem musste ich an einigen Stellen auch schmunzeln. Ich finde, diese Gradwanderung zwischen Ernst und Humor ist eine sehr große Kunst. Und ich bin immer voller Hochachtung für einen Autor, wenn es ihm gelingt, diese zu meistern.

Vielen Dank liebe Katrin für dieses tolle Interview :-)

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