Freitag, 10. Oktober 2014

Blogtour "Irgendwann für immer"

 

Heute macht die Blogtour bei mir Halt, 
und ich dachte ich lass Euch einen Blick hinter den Roman werfen. 
Wer außer der Autorin hat zum Beispiel noch daran mitgearbeitet?
Ich bekam die Möglichkeit mit der Übersetzerin Ulrike Köbele ein Interview zu führen, und fand ihre Antworten sehr interessant.

 Ulrike Köbele, geboren 1982 in Freiburg i. Br., studierte Anglistik/Amerikanistik und Geschichte. Nach dem Studium absolvierte sie zunächst eine Ausbildung zur Verlagsbuchhändlerin und war danach einige Zeit als Kinder- und Jugendbuchlektorin tätig. Seit 2011 arbeitet sie als freie Lektorin und Übersetzerin.

Weitere Informationen findet ihr unter:
http://ulrikekoebele.de/home



Wie lange haben Sie ca. für die Übersetzung von „Irgendwann für immer“ benötigt?
Für den Teil, den ich übersetzt habe (ich bin ja erst bei Kapitel 20 eingestiegen), habe ich etwa zwei Monate gebraucht.

Wenn ich lese, fühle ich mit: Ich freue mich, weine,... Passiert dies auch, wenn man nüchtern an einen Roman herantreten muss, da es ja der Job ist, diesen zu lesen?
Klar, immer. Wenn ein Buch gut ist, reißt es einen mit – egal, ob man beruflich oder privat liest.

Wen mochten Sie in „Irgendwann für immer“ am liebsten? Oder wen mochten Sie gar nicht?
Ach, eigentlich habe ich keinen klaren Favoriten – die Figuren sind so vielschichtig und lebendig, dass sie mir im Laufe der Zeit alle ans Herz gewachsen sind. Josh ist natürlich toll, klar. Und Nastya ist als Figur superinteressant. Aber ich mochte auch Drew und Tierney wahnsinnig gern; deren Wortgefechte zu übersetzen hat echt Spaß gemacht.

Sie müssen sich ja an das Originalbuch halten, juckt es trotzdem manchmal in den Fingern, Protagonisten anders handeln zu lassen, als es die Autorin vorgesehen hat?
Eigentlich nicht. Jedenfalls nicht mehr als jedem „normalen“ Leser auch. Natürlich gibt es immer diese „Bist du eigentlich bescheuert?“-Momente, in denen sich eine Figur von außen betrachtet einfach nur dämlich verhält (wer „Irgendwann für immer“ gelesen hat, weiß sicher genau, welche ich meine…). Aber manchmal benehmen sich Menschen nun mal einfach unfassbar dumm – ob fiktional oder real. Gerade das macht ja das Leben/Buch so spannend.
Ich ärgere mich eher über sprachliche Unsauberkeiten: Seltsame Metaphern zum Beispiel, die im Englischen gut klingen, bei genauerer Betrachtung aber überhaupt keinen Sinn ergeben.

Übersetzen Sie „alles“ oder muss es zu Ihnen passen? Ich zum Beispiel lese keine Thriller und könnte dafür auch nie die richtigen Worte finden.
Na ja, in gewisser Weise sind die Worte ja schon vorgegeben J. Aber ich verstehe, wie das gemeint ist: Ich hätte eher Schwierigkeiten mit saftigen Erotikszenen. Ich finde, so was klingt im Englischen oft sehr viel geschmeidiger als im Deutschen; vielleicht, weil die englische Sprache einfach mehr Vokabeln hat als die deutsche, vielleicht, weil Deutsch allgemein ein bisschen spröder wirkt. Jedenfalls tue ich mich mit so was ein bisschen schwer.
Generell ist das für mich aber eher eine Frage der Sprache als des Inhalts. Historische (Mittelalter-)Romane oder High Fantasy würde ich daher beispielsweise ausklammern. Nicht, weil etwas gegen das Genre habe, sondern weil ich in deren Duktus einfach nicht so zuhause bin.

Fällt es Ihnen schwer, einen Roman zu übersetzen, wenn dieser Ihnen während des Lesens so überhaupt nicht gefallen hat? Oder entscheiden Sie erst danach, ob Sie diesen Auftrag annehmen?
Na ja, bis jetzt hatte ich das Glück, dass ich noch kein Buch vorgesetzt bekommen habe, das mir so gar nicht gefallen hätte. Meine Lektorinnen kennen mich ja auch ein bisschen und wissen, was zu mir passt und was nicht.
Hier ist es ebenfalls eher eine Frage der Sprache: Finde ich dazu einen Zugang oder quäle ich mich von Satz zu Satz? Aber auch dahingehend hatte ich bisher eigentlich Glück.

Wie läuft Ihre Arbeit ab? Übersetzten sie absatzweise? Oder lesen Sie ein ganzes Kapitel und übersetzen dann? Wie kann man sich das vorstellen?
Also, das gilt jetzt nur für mich; da hat vermutlich jeder Übersetzer so seine Methode.
Wenn ich eine Übersetzungsanfrage bekomme, lese ich die ersten Kapitel an, um ein Gespür für den Stil zu bekommen, und vergewissere mich, dass nicht irgendwo weiter hinten fiese Überraschungen lauern. (Ob der Autor beispielsweise plötzlich in eine seltsame Fantasiesprache wechselt – das kommt aber glücklicherweise nicht sooo häufig vor.) Den Schluss lese ich bewusst noch nicht. Auf diese Weise halte ich für mich die Spannung aufrecht; wenn man mehrere Wochen oder Monate an demselben Projekt sitzt, kann es sonst schon mal ein bisschen zäh werden.
Und dann taste ich mich, wie beim Lesen eigentlich auch, Satz vor Satz voran. Wenn sich mir ein Satz nicht gleich erschließt, lese ich ein bisschen weiter, um über den Kontext einen Zugang zu finden, aber ansonsten gehe ich eigentlich streng linear vor.
Manchmal gibt es Stellen, die sich nicht eins zu eins übersetzen lassen. Wortspiele zum Beispiel. In solchen Fällen muss man sich dann überlegen, was an dieser Stelle wichtiger ist: Das Wortspiel oder der Inhalt? Ist der Inhalt entscheidend, kann es schon mal sein, dass man auf das Wortspiel verzichtet und versucht, an einer anderen Stelle, wo es sich im Deutschen anbietet, eins einzubauen. Wenn wiederum das Wortspiel wichtiger ist, weil auf diese Weise zum Beispiel eine Figur charakterisiert wird oder die ganze Szene auf eine Pointe hinausläuft, muss man sich überlegen, wie man den Inhalt ganz behutsam anpassen kann, um das Wortspiel zu erhalten. Auch in solchen Situationen lese ich erst mal weiter, bis ich ein Gefühl bekomme, was an dieser Stelle die richtige Entscheidung ist. Dann mache ich einen Vorschlag, wie ich das Ganze übersetzen würde, markiere die Stelle für die Lektorin und diskutiere das gegebenenfalls hinterher mit ihr aus.
Grundsätzlich fange ich jeden Tag damit an, dass ich das, was ich am Vortag übersetzt habe, noch mal durchgehe. Mit etwas Abstand zur Vorlage entdeckt man immer noch den einen oder anderen Satz, der im Deutschen doch etwas holpert; das bessere ich dann aus.
Aus dem gleichen Grund drucke ich, wenn ich fertig bin, das ganze Konvolut aus und versuche, es mit den Augen der Lektorin bzw. des zukünftigen Lesers durchzuarbeiten. Passt alles? Funktioniert aufgrund einer späteren Wendung vielleicht irgendein Satz nicht mehr? Holpert es?
Danach übergebe ich den Text in die Hände meiner Lektorin und hoffe das Beste J. Die lektorierte Fassung bekomme ich dann noch mal zur Durchsicht, sodass ich bei Änderungen, die mir nicht gefallen, selbst Gegenvorschläge machen kann. So tastet man sich langsam an die Idealfassung heran.
Zu guter Letzt geht der Text in den Satz und ich bekomme meistens noch einen Fahnenausdruck zum Durchgehen. Hier kann ich bei Bedarf allerletzte Korrekturen anbringen, bevor der Text zum Korrekturlesen und schließlich in Druck geht. Und ich irgendwann das fertige Buch in Händen halte. Und mich freue.

An welchen Büchern haben Sie besonders gerne gearbeitet? Gibt es Highlights?
Ach, eigentlich haben die alle Spaß gemacht. Okay, ein paar Nerven hat mich das eine oder andere Projekt auch gekostet, aber spätestens, wenn man das fertige Buch in Händen hält, spielt das keine Rolle mehr. Ein bisschen wie beim Kinderkriegen, wenn man so will. „Irgendwann für immer“ war insofern ein kleines Highlight, weil das die Art von Buch ist, die mir auch privat am nächsten kommt. Aber eigentlich war bis jetzt jedes Buch für sich wieder aufs Neue spannend und reizvoll – ich hoffe, das geht auch so weiter!

Sie haben Bücher von Cassandra Clare übersetzt. Fühlt man sich geehrt, die Romane einer so bekannten Autorin übersetzen zu dürfen?
Klar ist das eine Ehre, wenn man vom Verlag für so ein Aushängeprojekt ausgewählt wird. Aber das muss nicht zwangsläufig ein bekannter Autorenname sein; schön sind auch die „besonderen“ Bücher, also Kleinode wie „Irgendwann für immer“.

Lesen Sie in Ihrer Freizeit auch noch gerne? Oft höre ich von Menschen aus der Buchbranche, dass sie privat dann keine Bücher mehr sehen können.
Ja, das geht mir leider auch ein bisschen so. Es gibt aber solche und solche Phasen: Rund um die beiden großen Messen nimmt die Flut an Lizenzen und Manuskripten gewaltig zu. Wenn man dann über mehrere Wochen im Akkord liest, ohne selbst auswählen zu können, was man da eigentlich vorgesetzt bekommt, vergeht einem privat schon mal die Lust daran. Ich kann in diesen Zeiten beispielsweise auch keine Spielfilme gucken, weil ich mich einfach nicht auf noch mehr neue Figuren und Geschichten einlassen kann/will.
Dazwischen gibt es aber immer wieder Phasen, wo das Ganze ein bisschen abebbt, und dann kommt meistens auch die Lust aufs Lesen wieder. Außerdem ist ja auch bei der beruflichen Lektüre gelegentlich ein kleines Juwel dabei, das einen wieder neugierig auf neue Autoren und Stoffe macht. Ich wähle privat allerdings etwas bewusster aus und habe seltener Lust, einfach nur so zu stöbern. Und ich lese mehr Sachbücher und Klassiker als früher.

  ENDE

Ulrike Köbele hat uns nun einiges über ihre Arbeit berichtet,
und ich danke ihr für dieses tolle Interview!!!

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GEWINNSPIEL

Wir verlosen 2 mal den Roman "Irgendwann für immer"

Vielen lieben Dank an deser Stelle an den Arena Verlag, 
der uns die Preise zur Verfügung stellt! 

Was ihr tun müsst um zu gewinnen?
In jedem unserer Beiträge findet ihr rote, fett gedruckte Buchstaben.
Diese befinden sich schon in der richtigen Reihenfolge und ergeben zusammen den Lösungssatz.
Einfach hier unten das Formular ausfüllen, bis 12.10, 23.59 Uhr  absenden,
und dann ist Daumen drücken angesagt.

Natürlich gibt es auch ein paar Regeln:
  • Mit der Teilnahme erklärt ihr euch einverstanden, dass euer Name auf unseren Blogs veröffentlicht wird.
  • Für auf dem Versandweg Verlorengegangenes kommen wir nicht auf.
 Hier findet ihr noch einmal alle Daten von unserer Blogtour:
04.10. About Books
05.10. Manjas Buchregal
06.10. Bücher lieben und erleben
07.10. Mirjam´s verrückte Bücherwelt
08.10. Schmökereck
09.10. Larissa Wolf
10.10. Fairy-book (hier bei mir)
11.10. Books on Petrova Fire
12.10. page-after-page

ICH DRÜCK EUCH ALLEN DIE DAUMEN 
UND HOFFE EUCH HAT MEIN BEITRAG GEFALLEN!!! 

Über Lob, Kritik, usw..., in Form von Kommentaren unter dem Beitrag, freuen wir uns immer sehr;-)


 

1 Kommentar:

  1. Danke für die Eindrücke der Übersetzerin.

    LG..Karin..

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