Montag, 2. März 2015

Rezension - Was fehlt wenn ich verschwunden bin

 
 
Taschenbuch: 400 Seiten
Verlag: FISCHER Kinder- und Jugendtaschenbuch
Erscheinungstermin: 19. Februar 2015
Vom Hersteller empfohlenes Alter: Ab 14 Jahren 

HIER geht es zur Verlagsseite.

 

 
April ist fort. Seit Wochen kämpft sie in einer Klinik gegen ihre Magersucht an. Und seit Wochen antwortet sie nicht auf die Briefe, die ihre Schwester Phoebe ihr schreibt. Wann wird April endlich wieder nach Hause kommen? Warum antwortet sie ihr nicht? Phoebe hat tausend Fragen. Doch ihre Eltern schweigen hilflos und geben Phoebe keine Möglichkeit, zu begreifen, was ihrer Schwester fehlt. Aber sie versteht, wie unendlich traurig April ist. Und so schreibt sie ihr Briefe. Wort für Wort in die Stille hinein, die April hinterlassen hat.

 
Phoebe versteht die Welt nicht mehr! Erst kommt ihre Schwester ins Krankenhaus, und dann meldet sie sich nicht einmal mehr. Auch ihre Eltern erzählen ihr nicht was los ist, und entfernen sich immer mehr von ihr. Kommt April zurück? Was ist Schlimmes passiert? Lassen sich ihre Eltern etwa scheiden? So vielen geht ihr durch den Kopf, und das einzige Ventil sind Briefe. Briefe, die sie an ihre Schwester April schickt, und die unbeantwortet bleiben...

 
Eigentlich lese ich am liebsten Geschichten, die glücklich machen.
Nun ein Buch zu lesen, welches von Magersucht handelt, war eine Abwechslung, von der ich nicht sicher war, ob sie mir gefällt.

Die kleine Phoebe tat mir von der ersten Seite an leid. Ihre Schwester ist weg, und ihre Eltern sind in ihrem eigenen Kummer gefangen. Jeder vergisst das Mädchen, das hilflos alles miterleben muss.
Neimand beantwortet ihre Fragen, und sie lernt alleine klar zu kommen. Das einzige was ihr bleibt, sind ihre Briefe an April. Das ihre Schwester nicht antwortet versteht sie. Im Krankenhaus hat man oft keine Lust zum Briefeschreiben. Also erzählt Phoebe was sie gerade so macht, und erinnert sich an vergangene, glücklichere Zeiten. Sie möchte April damit aufheitern, und schreibt immer weiter.

Als ich in der Mitte des Buchs schon am Heulen war, kamen leere Seiten! Und welch wunderbare Idee, ab dann Aprils Briefe zu lesen! Denn sie hat ihrer kleinen Schwester geantwortet. Doch die Briefe wurden nie abgeschickt.

Natürlich kann ich Euch nicht zu viel verraten, was es schwer macht meine Gefühle zu erklären.
Auch wenn man weiß wieso April im Krankenhaus ist, so steht dieses Thema nicht im Vordergrund. Es schwebt eher über der ganzen Geschichte, wie ein dunkler Wolkenhimmel...
Die Idee, auch April zu Wort kommen zu lassen, macht das Buch doppelt tragisch.
Aber auch doppelt so gut! Ich habe mit Phoebe gelitten und habe mir Antworten für sie gewünscht.
Die Sicht eines Kindes, manchmal naiv, aber dann wieder auch viel klarer als es mancher Erwachsene sehen würde in dieser Situation. Die Autorin hat sich in beide Schwestern hineinversetzt, und ich hätte durchweg heulen können. Aber es ist ein so wunderbares Buch, und ich werde es sicher ein zweites mal lesen. Und ich hoffe, viele von Euch werden es auch lesen!

Eine Geschichte die mir noch einige Zeit durch den Kopf gehen wird...
Meine Bewertung: 5 von 5 Sterne!!!

Lilly Lindner hat keine Ahnung von Teilchenphysik und bipolaren Zwischenströmungen. Sie weiß auch nicht, wie viel Wasser man in einen Teich kippen muss, um einen See zu erhalten; aber wie man Bücher schreibt – das weiß sie. Ihr Debüt ›Splitterfasernackt‹ stand monatelang auf der Bestsellerliste.
 

1 Kommentar:

  1. Hey

    Eine sehr schöne Rezension hast du geschrieben. Ich habe *Was fehlt wenn ich verschwunden bin* erst vorgestern beendet, eine wirklich herzzerreißende Geschichte die mir noch lange im Gedächtnis bleiben wird.
    Bin auch gleich als Leserin geblieben und gespannt was du sonst noch so posten wirst!

    Liebe Grüsse
    Denise

    AntwortenLöschen