Montag, 10. August 2015

Rezension - Süchtig nach Likes (Ebook)


Geschrieben von Verena Swoboda
Format: Ebook
Seitenzahl der Print-Ausgabe: 176 Seiten
Verlag: Moon House Publishing 
Erscheinungstermin: 14. Juli 2015
    
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Valerie und Daria sind die besten Freundinnen.
Doch was hält eine Freundschaft aus, wenn die Sucht nach Anerkennung immer größer wird und der Alltag bestimmt wird durch Posts, Likes und dem ständigen Kontrollwahn?
Beiden wird zunehmend bewusst, dass sie sich immer mehr voneinander entfernen und doch stecken Valerie und Daria schließlich fest in der virtuellen Welt der sozialen Netzwerke.
Neben kleinen und großen Liebes- und Familienkatastrophen wird der Weg für die beiden Freundinnen immer schwieriger, bis sie schließlich die Realität kaum noch wahrnehmen.
Werden Valerie und Daria doch noch einen Weg für ihre Freundschaft und ein Leben außerhalb der sozialen Netzwerke finden?


Das Thema Facebook und Online-Community ist aktuell und zeitgemäß.
Schon die Inhaltsangabe hat mich direkt angesprochen und ich war neugierig, wie die Autorin mit diesem wichtigen Thema umgeht.

Da es unter 200Seiten sind, kann man dieses Buch locker an einem Abend durchlesen.

Valerie ist die Hauptprotagonistin, die gleich zu Beginn mit Liebeskummer zu kämpfen hat. Doch vom Internet ist sie noch weit entfernt. Im Gegensatz zu ihrer Freundin Daria, die rund um die Uhr bei FB am Posten ist. Valerie kann es nicht nachvollziehen, bis ihre Freundin sie bittet ein Foto zu liken. Kaum online, sieht sie alle möglichen interessanten Beiträge, die es zu kommentieren und zu liken gibt. Innerhalb weniger Monate besteht ihr Leben nur noch aus ständiger Kontrolle, wer ihre Bilder liked, und wieviele Kommentare folgen.

Viele Leser werden sich selbst auf die ein oder andere Art in diesem Buch angesprochen fühlen.
Manche mehr, und andere weniger. Dieses Kontrollieren wieviel Likes es gab, den Status von Freunden checken, sicherlich haben die meisten von uns das schon erlebt.
Doch wie sehr man sich dabei selbst verliert, kommt auf den eigenen Charakter an.
An dieser Stelle möchte ich Euch von einem TV-Bericht erzählen, den ich die Tage gesehen habe.
Ein junger Mann, der versucht hat sich umzubringen, nachdem er Selfie-süchtig war.
Für mich ist es unbegreiflich wie diese Online-Welt so sehr das wahre Leben beeinflussen kann, doch man sieht diese traurige Kehrseite ja doch immer wieder.

Valerie erzählt in einer Art Tagebuch aus ihrem Leben, und schneidet ab und zu an, was in der realen Welt passiert, doch dies nur nebenbei. Hauptsächlich geht es um Facebook.
Trotz dieser Tagebuch-Schreibform kommen Valeries Gefühle nicht sehr stark zum Ausdruck, und sie wirkt zeitweise wie eine leere Hülle. Dazu fällt mir auf, daß das Cover perfekt passt.
Genau so "leer" wirkt Valerie. Allerdings sehe ich diese Oberflächlichkeit nicht als Problem an, und war trotzallem begeistert von der Geschichte. Valerie fehtl es an Tiefe, doch im Grunde spiegelt es ja ihre aktuelle Situation wieder. Sie lebt nur noch für Facebook...

Ich könnte mir auf Grund der leichten Schreibweise sogar sehr gut vorstellen, daß dieser Roman als Schullektüre im Unterricht besprochen werden könnte. Auch Jugendliche die nicht gerne lesen können der Geschichte gut folgen, und es gebe auf jedem Fall viel Gesprächspotenzial.
Zum Schluss hat die Autorin dann nochmal aufgeholt, und ich war doch betroffen. Es ist ein Buch, welches nachwirkt, und ich konnte nicht gleich zum nächsten greifen.

Facebook kann Spaß bedeuten, doch es birgt auch Gefahren. Manche schwachen Charakter machen sich davon abhängig, und es ist wichtig dieses Thema öffentlich zu machen!
Es freut mich das Verena Swoboda sich diesem angenommen hat.

Was ich mir noch gewünscht hätte? Ein paar persönliche Worte der Autorin.
Gerade bei ernsten Geschichten interessiert es mich immer, wie die/der Autor/in auf dieses Thema gekommen ist.
Ob sie vielleicht selbst schon die Erfahrungen gemacht hat? Wie steht sie selbst zu Facebook & Co?
Ich glaube, ich werde sie demnächst mal nach einem Interview fragen ;-)

"Süchtig nach Likes" läßt mich nachdenklich zurück, und ich habe mein eigenes Internet-Verhalten hinterfragt. Hoffentlich passiert das auch bei vielen anderen Lesern!!!


Diesen Roman sollte jeder lesen, 
der sich selbst schon gefragt ob er vielleicht zu viel Zeit im Internet verbringt.
Meine Bewertung: 4 von 5 Sterne!!!


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