Donnerstag, 17. September 2015

Rezension - Der Junge, der mit dem Herzen sah


 Geschrieben von Virginia Macgregor
Übersetzt von Wiebke Kuhn
Broschiert: 416 Seiten
Verlag: Manhattan 
Erscheinungstermin: 31. August 2015
ISBN-13: 978-3442547494

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Der neunjährige Milo leidet unter Retinitis pigmentosa: Sein Sehvermögen lässt immer stärker nach, und irgendwann wird er vollständig erblinden. Aber noch sieht er die Welt – wenn auch nur wie durch ein Nadelöhr. Doch so bemerkt er Kleinigkeiten, die anderen entgehen. Als seine 92-jährige Großmutter dement wird und in ein Altersheim umziehen muss, fallen Milo dort seltsame Vorgänge auf. Die Erwachsenen interessieren sich für Milos Erkenntnisse nicht, und so bleiben ihm nur der Koch Tripi und sein Ferkel Hamlet, um ihm bei seiner Mission zu helfen. Milo ist nämlich entschlossen, seine Großmutter wieder nach Hause zu holen, die Machenschaften der Heimleiterin offenzulegen und – vielleicht – seine Eltern zu versöhnen.


Das Cover ist eines, wie es aktuell öfters zu sehen ist. Heller Hintergrund mit schwaren Schattenfiguren. Spätestens beim Lesen fällt einem auf wie treffend es doch ist.

Milo ist 9 Jahre, und hat für sein Alter schon einiges mitgemacht:
Er leidet unter einer Augenkrankheit, bei der seine Sehstärke nach und nach nachlässt, bis er irgendwann erblinden wird.
Seine Eltern haben sich scheiden lassen, und der Vater ist ins Ausland. Mit seiner neuer Frau und einem neuen Kind. Milo scheint vergessen...
Und dann ist da noch seine Ur-Großmutter, die der Vater bei ihnen zurück gelassen hat, ohne sich darum zu kümmern, wie Milos Mutter die Familie finanziell über Wasser halten soll.
Nach einem Wohnungsbrand beschließt Milos Mutter Gran ist Altenheim abzuschieben. So empfindet es Milo, und auch dies ist ein weiterer Grund für seine ablehnende Haltung ihr gegenüber.
Und als er merkwürdige Dinge im Altenheim bemerkt, glaubt ihm niemand....

Als Leser wird man direkt in diese tragische Familiengeschichte hineingeworfen.
Es ist ein großes Gefühlschaos, welches nicht nur Milo durchlebt.
Ich habe mit ihm gelitten, mich mit ihm gefreut, war verzweifelt, und voller Hoffnung.
Es ist eine Geschichte die Mut macht, und zeigt, wieviel in jedem von uns steckt.
Man denkt viel über Milo, sein Schicksal, und über sich selbst nach.

Wer solche Romane mag, sollte auf jedem Fall "Der Junge, der mit dem Herzen sah" lesen.
Der Schreibstil ist flüssig und einfach zu lesen, ich selbst habe nicht lange gebraucht und hatte das Buch an einem Wochenende durch.
Da ist ja vom Ende nichts verraten möchte, kann ich heute nicht näher auf meinen einzigen Kritikpunkt eingehen. Mir persönlich war es dann einfach zu viel des Guten.


Meine Bewertung: 3,5 von 5 Sterne!!!


Virginia Macgregor ist in Deutschland, Frankreich und England aufgewachsen, erzogen von einer Mutter, die nie müde wurde, Geschichten zu erzählen. Sobald Virginia alt genug war, selbst einen Stift zu halten, begann sie mit dem Schreiben, oft bis tief in die Nacht hinein – oder in der Schule, versteckt hinter dem Mathebuch. Virginia wurde benannt nach zwei großen Frauen, Virginia Wade und Virginia Woolf – in der Hoffnung, sie würde entweder Schriftstellerin oder ein Tennisstar werden. Nach ihrem Studium in Oxford begann sie, neben ihrem Beruf als Englischdozentin und Hauslehrerin, regelmäßig zu schreiben. Die Autorin lebt mit ihrem Ehemann in Berkshire.

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