Donnerstag, 1. Oktober 2015

Rezension - Die Unwahrscheinlichkeit des Glücks


Geschrieben von Cynthia Hand
Gebundene Ausgabe: 320 Seiten
Verlag: HarperCollins
Erscheinungstermin: 10. September 2015
ISBN-13: 978-3959670029
HIER geht es zur Verlagsseite.
   

Es war der zwanzigste Dezember. Hinter mir lagen genau sechs Monate mit Steven. 183 Tage voller Küsse, bevor die Gleichung sich änderte. Unwiderruflich. Das letzte Mal, dass Lexie glücklich war, war davor. Als sie einen wunderbaren Freund hatte, den Traum, Mathematik zu studieren, und einen Bruder. Tyler. Nun ist sie für die anderen nicht mehr das Zahlengenie, sondern nur noch das Mädchen, dessen Bruder sich umgebracht hat. Um mit der Trauer fertigzuwerden, beginnt Lexie, ihre Gefühle aufzuschreiben. Doch leider ist das Leben keine Gleichung, sonst könnte sie die quälende Ungewissheit auflösen: Tyler hat ihr vor seinem Tod eine SMS geschickt, die sie nicht beachtet hat. Hätte sie alles ändern können? Der Gedanke verfolgt Lexie wie ein Schatten. Bis sie erfährt, was es braucht, um ihr Glück wahrscheinlicher zu machen.


Lexi steht kurz vor dem Abschluss, als das Unvorstellbare passiert: Ihr zwei Jahre jüngere Bruder hat sich umgebracht! Dies ist nun 6Monate her, und Lexi weiß noch immer nicht wie sie mit der Situation umgehen soll. Ihre Mutter kann ihr nicht wirklich helfen da sie selbst nicht mit ihrer Trauer zurecht kommt. Und ihr Vater? Der macht es sich leicht und geht der Verantwortung aus dem Weg. Schließlich hat er längst eine neue Frau an seiner Seite und hat kein wirkliches Interesse mehr an seiner alten Familie.
Lexis Therapeut empfiiehlt ihr Tagebuch zu schreiben. Sie, die sonst nur mit Zahlen und Mathematik umgehen kann, lässt sich auf den Versuch ein.


Das Cover ist wunderschön, und passt zur Geschichte: Eine nachdenkliche Lexi und ihre Vorliebe für Mathematik.

Lexi ist eine junge Frau, die wegen des Verlusts ihres Bruders, ihr Ziel Mathematik zu studieren, aus den Augen verliert. Da sie auf Anraten ihres Therapeuten beginnt Tagebuch zu schreiben, erlebt man als Leser die Geschichte aus mehreren Perspektiven: Zum einen die Gegenwart, in der Lexie versucht allein mit der Situation klar zu kommen, und ihren Freunden aus dem Weg geht. Zum anderen sind da ihre Tagebuch-Einträge und Rückblicke in die Vergangenheit.
Dadurch lernt man auch ihren Bruder Ty kennen, und ihrer Exfreund Steven.

Obwohl Selbstmord ein sehr ernstes Thema ist, hat die Autorin einen leicht zu lesenden Stil und Art des Erzählens gewählt. Ohne zu viel Tragik, aber mit dem nötigen Ernst, begleitet man Lexi durch die Zeit der Verarbeitung.

Sie hat nicht nur mit Tys Tod zu kämpfen, sondern auch mit ihren eigenen Vorwürfen. Hätte sie ihn aufhalten können? Hätte sie es vorhersehen müssen? Und während all dieser Zweifel versucht sie auch ihrer Mutter wieder näher zu kommen.
Ihr Vater ist ein ignoranter und egoistischer Mensch, der aber vielleicht auch enfach überfordert ist.
Doch zum Glück sind Freunde oftmals für einen da, auch wenn man es am wenistens vermutet.

Während sie versucht wieder ins Leben zurück zu finden, taucht allerdings ihr toter Bruder wieder auf. Ist er ein Geist? Oder wird sie verrückt? Sie wird das Gefühl nicht los, daß er ihr etwas mitteilen möchte. Dieser Teil des Romans lässt mich als Leser natürlich auch darüber nachdenken, ob soetwas möglich ist. Erwähnt wird in diesem Zusammenhang die Fernseh-Serie "Long Island Medium", die ich selbst immer mal wieder schaue. Und bei der ich mich, genau wie Lexi frage, ob Tote sich vielleicht wirklich noch in unserer Nähe aufhalten.

Was für mich persönlich völlig unnötig war, war ihre "Liebe" zur Mathematik. diese wurde zwar immer mal wieder mit eingeworfen, war aber nicht wirklich von Bedeutung, und hätte meiner Meinung nach auch weg gelassen werden könnnen. Die Geschichte ist auch so aussagekräftig genug, und ich bin froh mich für dieses Buch entschieden zu lassen.

Im Nachwort erzählt die Autorin das auch ihr Bruder sich selbst umgebracht hat, ihr Roman aber rein fiktiv ist. Ich bin ja so ein Plänzchen, und weine bei traurigen Geschichten immer wieder. Hier war ich betroffen, musste aber nicht weinen. So "schlimm" war es dann doch nicht, und ich bin froh dieses hoffnungsvollen, wenn auch traurigen Roman gelesen zu haben. Lexi ist auf einem guten Weg....


Kurzweilige Lesestunden, zu einem ernsten Thema.
Empfehlenswert!!!
Meine Bewertung: 4 von 5 Sterne!!!


Die New York Times-Bestsellerautorin Cynthia Hand unterrichtete mehrere Jahre lang Kreatives Schreiben an der Pepperdine University nahe Los Angeles, bevor sie sich hauptsächlich dem Schreiben widmete. Vor kurzem ist sie mit ihrer Familie zurück in ihre Heimatstadt in Idaho gezogen, wo sie die klare Luft genießt und an neuen Romanen schreibt.

1 Kommentar:

  1. Huhu, ich hoffe, du hast nichts dagegen, dass ich deine Rezension auf meinem Blog verlinkt habe. Du kannst es dir HIER anschauen.

    Alles Liebe, Nelly

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