Montag, 26. Oktober 2015

Rezension - Wenn die Liebe tanzen lernt


 Geschrieben von Jean Kwok
Taschenbuch: 480 Seiten
Verlag: Goldmann Verlag 
14. September 2015
ISBN-13: 978-3442482726
 
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Die 22-jährige Charlie Wong lebt mit ihrem Vater und ihrer Schwester Lisa in New Yorks Chinatown. Ihr Job als Tellerwäscherin ist keine große Erfüllung – doch in der kleinen Welt der traditionellen chinesischen Einwanderer sind die Möglichkeiten begrenzt. Bis Lisa Charlie überredet, sich auf eine Annonce in der Zeitung zu melden: Das berühmteste New Yorker Tanzstudio sucht eine neue Rezeptionistin. Schnell wird klar: Die tollpatschige Charlie ist eine schreckliche Rezeptionistin, aber ein begnadetes Tanztalent. Und als Charlie sich vom unscheinbaren Entlein zum Schwan tanzt, fällt sie einem besonderen Mann auf ...
 


Dieses Cover ist einfach hübsch! Das Motiv, die Farben, die Schrift, alles passt in perfekter Harmonie zusammen. Erst nach diesem ersten positiven Eindruck widmete ich mich dem Klappentext, und ich muss sagen, es hörte sich doch nach einer klischeeangehafteten Geschichte an.
Eine Auswanderer-Familie mit wenig Geld, und das Mädchen kehrt den chinesischen Traditionen den Rücken und verwandelt sich vom hässlichen Entlein in einen schönen Schwan.
Und ja, auch wenn die Idee nicht völlig neu ist so hat die Autorin sie mit sehr viel Herz und Gefühl umgesetzt. Sie selbst ist mit ihrer Familie aus Hongkong in die USA ausgewandert, und hatte viele Jobs zur selben Zeit. Vielleicht konnte sie so auch ihre eigenen Erfahrungen mit einbringen.

Charlie ist eine junge Chinesin, die einerseits ihren Wurzeln treu bleiben möchte, andererseits aber auch das moderne Leben näher kennen lernen möchte. Als sie einen Job in einem Tanzstudio annimmt, rutscht sie einfach so in ein Leben, das aus Tanz und Musik besteht.
Natürlich wäre ihr strenger Vater damit nicht einverstanden, denn für ihn ist alles moderne Teufelszeug. Es beginnt ein Doppelleben, das irgendwann wohl nicht mehr verheilicht werden kann.
Doch Charlie genießt diese Zeit, und ich als Leserin bekam selbst auf einmal Lust zu tanzen.
Da ich es aber nicht kann, habe ich die Idee natürlich nicht umgesetzt ;-)

Was mir auch sehr gut gefiel waren die Beschreibungen der chinesischen Szenen im Buch. Charlies Vater stellt auf traditionelle Art Nudeln in einem kleinen China-Restaurant her. Was sich nach nichts Aufregendem anhört, wurde dank des Schreibstils der Autorin, tatsächlich interessant. 

Ich konnte als Leserin mich in Charlie hineinversetzen, konnte mit ihr fühlen, wenn sie zwischen der Tradition und der Verwirklichung ihrer Wünsche stand. Sie muss sich zwischen zwei Kulturen entscheiden, bzw versuchen, beide in Einklang zu bekommen. Wenn dann die Liebe und die Familie im Weg stehen, wird es natürlich nicht einfach.

Wem der Klappentext zusagt, der sollte diesen Roman auf jedem Fall lesen. Es ist auch nicht einfach "nur" lesen, es ist ein Eintauchen in diese Welt.


Ich war positiv überrascht von der Tiefe der Worte.
Meine Bewertung: 4 von 5 Sterne!!!
 

Jean Kwok wurde als jüngstes von sieben Kindern in Hongkong geboren. Ihre Familie emigrierte nach Brooklyn, wo Jean lange Zeit in einem Sweatshop in Chinatown arbeitete. Sie wurde frühzeitig an der Harvard Universität angenommen und übernahm dort meistens vier Jobs gleichzeitig, um ihre Familie zu unterstützen und ihr Studium zu finanzieren. Heute lebt Jean Kwok mit ihrem Mann und zwei Söhnen in den Niederlanden.

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