Dienstag, 23. August 2016

Rezension - Ihr letzter Sommer


Broschiert: 304 Seiten
Verlag: HarperCollins
(15. August 2016)
ISBN-13: 978-3959670357
 


Im Sommer 2003 verschwindet die 16-jährige Rebecca Winter spurlos. Elf Jahre später greift die Polizei eine junge Rumtreiberin auf, die behauptet, Rebecca zu sein – und der Gesuchten tatsächlich so täuschend ähnlich sieht, dass deren Familie sie mit offenen Armen aufnimmt. Die vermeintliche verlorene Tochter genießt die ungewohnte Zuwendung und schlüpft mit wachsender Begeisterung in Rebeccas Kleider und Leben. Doch je intensiver sie sich mit ihrer Rolle identifiziert, desto tiefer dringt sie in Rebeccas Gefühlswelt vor. Und kommt der tödlichen Wahrheit um ihr Verschwinden immer näher …



Beim Diebstahl erwischt überlegt sie blitzschnell und entscheidet sich, die Identität von Rebecca Winter zu übernehmen. Die Ähnlichkeit mit dem vor elf Jahren verschwundenen Mädchen ist nicht von der Hand zu weisen und niemand zweifelt an ihrer Geschichte. Jedenfalls vorerst.
Doch es scheint eine Person zu geben, die weiß das sie nicht Rebecca ist.
Wer auch immer es ist, was hat derjenige mit ihrem Verschwinden zu tun?


Mir war nach einem Thriller, und diese Geschichte hörte sich schon vom Klappentext her spannend an. Eine obdachlose junge Frau wird beim Diebstahl von Essen erwischt und erzählt den herbeigerufenen Polizisten, daß sie die verschollene Rebecca Winter ist.
Als Leser kennt man aber bereits zu Beginn die Wahrheit, und erfährt nach und nach einiges aus dem Leben beider Frauen.
Die heutige Rebecca erlebt man in der Gegenwart, im Beisein ihrer Familie, und bei der Zusammenarbeit mit der Polizei. Schließlich muss der Entführungsfall aufgeklärt werden.
Doch als Leser ist einem klar: Wenn Rebecca damals etwas passiert ist, dann ist der Täter vielleicht noch ganz in der Nähe und weiß das hier eine Betrügerin zurück gekehrt ist. Eine Betrügerin, die nun selbst in Gefahr gerät.
In abwechselnden Kapiteln wird auch die letzte Zeit von der echten Rebecca erzählt, kurz vor ihrem Verschwinden.
Die Autorin läßt einen mitraten und überlegen, und lenkte meinen Verdacht auf eine bestimmte Person. Doch zuvor hatte ich auch überlegt, ob nicht vielleicht Rebeccas Freunde etwas mit dem Verschwinden zu tun haben. Und dann plötzlich, passiert etwas völlig Unerwartetes!
Ab diesem Moment hatte ich einige Fragezeichen in meinem Kopf und fand es dann doch recht unglaubwürdig zum Schluss. Da passierte einfach zu viel auf einmal. Diese merkwürdige Entwicklung wäre nicht nötig gewesen, denn der Roman hatte durchgehend Potenzial und ein typischeres Ende hätte mir besser gefallen.
Auch hätte ich mir gerne mehr Informationen über die falsche Rebecca gewünscht, genau wie über die echte. Es passierte auf den letzten Seiten einfach viel zu viel.
Auch das Alter der Protagonistin war für mich unpassend. Da Rebecca als Teenager verschwand ist sie nun eine Frau von fast 30 Jahren. Doch die Geschichte zeigt das Verhalten und Leben eines Teenagers. Dies hat mich immer wieder verwirrt. Ich sah ein junges Mädchen, welches von zu Hause abgehauen ist, und dann nach Hause in eine fremde Familie "zurück kehrt" und ihre altes Leben wieder versucht zurück zu bekommen. Da war einfach kein Platz für eine erwachsene Frau.



 Trotz meiner Kritikpunkte fand ich die Geschichte spannend und habe das Buch in einem Rutsch durchgelesen. Den Schluss hätte ich mir anders gewünscht, und dazu noch einige Seiten mehr mit der Aufklärung über den Verbleib der beiden Frauen.
Meine Bewertung: 3,5 von 5 Sterne!!!
   

Anna Snoekstra, Jahrgang 1988, wuchs in Canberra auf und zog mit 18 Jahren nach Melbourne, wo sie Film und Creative Writing studierte. Sie hat mehrere Kurzfilme und Musikvideos gedreht, bevor sie sich ganz aufs Schreiben konzentrierte. Ihre Geschichten sind in zahlreichen Literaturmagazinen erschienen; die Erzählung „Greyfields“ schaffte es auf die Shortlist für den renommierten „Viva La Novella“-Preis 2014. Ihre Lieblingsautoren sind Joyce Carol Oates und Susan E. Hinton, ihr Lieblingszitat stammt von Charles Bukowski: „Finde, was du liebst, und lass es dich töten“.

1 Kommentar:

  1. Huhu, Silke!

    Ich mochte das Buch sehr und fand es auch spannend, aber einige Dinge waren mir auch einfach zu unlogisch oder nicht ganz ausgereift. Wie du schon sagst, hätten mehr Infos zu den Personen nicht geschadet und die Story noch etwas interessanter gemacht. Das Ende fand ich auch etwas gewöhnungsbedürftig...

    LG, Claudia:)

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