Montag, 28. November 2016

Rezension - Ein geraubtes Leben - 23 Jahre unschuldig in der Todeszelle


Gebundene Ausgabe: 416 Seiten
Verlag: Droemer HC
Erscheinungstermin: März 2016
ISBN-13: 978-3426276907
  
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Dieses Buch erzählt die wahre Geschichte von Debra Milke, die zum Tode verurteilt wurde, wegen des Mordes an ihrem Sohn. Diese Frau, mit deutschen Wurzeln, soll einen Bekannten dazu überredet haben, den vierjährigen Christopher umzubringen. Und dieses Tat soll sie einem Polizisten gestanden haben. Erst nach  23 Jahren wurde das Urteil aufgehoben, denn ein Geständis hat sie niemals abgelegt.




Ich habe den Fall von Debra Milk durch die Press mitverfolgt, und dachte zu Beginn natürlich auch, wie krank kann eine Frau sein und ihr eigenes Kind ermorden zu lassen.
Doch 2015 wurde das Urteil aufgehoben und Debra Milk aus dem Gefängnis entlassen.
Erst danach habe ich mich intensiver mit ihrer Geschichte beschäftigt, und natürlich hat die Presse auch nun wieder nur berichtet, was gerade als spannend angesehen wurde.
Umso mehr wollte ich natürlich über die Geschehnisse aus ihrer Sicht erfahren.
Und um diese zu erzählen hat sie sich Jana Bommersbach zur Hilfe geholt.
Beide haben Debra Milkes Geschichte erzählt, und mit Fotos dokumentiert.

Nachdem ich nun dieses Buch gelesen habe, frage ich mich, wie es zu solch Fehlurteil kommen konnte! Tatsachen wurden verdreht und ins falsche Licht gerückt.
Ein Beispiel: Debra soll zu Hause bleiben, für den Fall, das ihr gerade verschwundener Sohn anruft. Denn die Telefonnummer hatte sie ihm für solch einen Fall schon früh bei gebracht.
Später legte man es ihr als Desinteresse aus, weil sie sich an der Suche nicht beteiligt hat.
Oder die oft erwähnte Lebensversicherung, die kurz zuvor abgeschlossen wurde.
Nirgends wurde erwähnt, daß diese zu einem Komplett-Vesicherungspaket gehörte, die Debras neuer Arbeitgeber jedem Mitarbeiter anbietet.
Wieso hätte sie sich eine neue Wohnung suchen sollen, in unmittlebarer Nähe eines Kindergarten, in dem sie Christopher angemeldet hat? Wieso hätte sie Weihnachtsgeschenke kaufen sollen?
Wenn sie doch, wie man ihr vorwarf, den Tot ihres Sohnes geplant hatte?
Selbst die beiden Täter haben vor Gericht eingeräumt das sie nichts mit der Tat zu tun hatte.
Doch da gab es einen Polizisten, der, wieso auch immer, schon vor dem Verhör anderen erzählt hat, daß er sie auf jedem Fall verhaften wird.
Der sich dem Befehl seines Chefs widersetzt hat und keine Kamera oder ein Diktiergerät benutzt hat, und seine Kollegen weg geschickt hat, um allein mit Debra zu sprechen. Viele Jahre später wurden ihm mehrere andere Fälle angelastet, doch zum damaligen Zeitpunkt stand sein Wort gegen das von Debra Milk.
Und diese Aussage war Grund für die Verurteilung!
Es war ein langer Kampf, den Debra Milk zum Glück gewonnen hat.
Und auch wenn sie so viele Jahre, und auch ihren Sohn verloren hat, so hoffe ich sie findet ihren inneren Frieden und kann mit dem Passierten abschließen.


Dieses Buch zeigt einem Alptraum auf, der für jeden Wirklichkeit werden kann!
Ich war oftmals schockiert und konnte das Gelesene kaum glauben.
Ich empfehle jedem, der sich für solche Themen interessiert, dieses Buch zu lesen.
Meine Bewertung: 5 von 5 Sterne!!!


Jana Bommersbach ist eine amerikanische Journalistin und Autorin. Sie schreibt für mehrere Tages- und Wochenzeitungen und hat darüber hinaus mehrere Bücher über amerikanische Kriminalfälle verfasst. Sie hat auch über den Fall Debra Milke berichtet und wurde von ihr gebeten, ihre Geschichte aufzuschreiben.



Kommentare:

  1. Solche Thematiken liebe ich ja und sie sind immer interessant zu lesen. Kommt direkt auf meine Wishlist, danke für die Rezension :)
    Liebe Grüße ♥

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  2. Hallo und guten Tag,

    ja, dass ist wirklich schlimm....und irgendwie auch nicht nachvollziehbar, finde ich.

    Es wird etwas möglicherweise falsch dargestellt und plötzlich bricht über dem Menschen ein Inferno aus....wobei ich denke, die Medien haben da auch meist eine gewisse Schuld.

    Denn alles muss heute reisserrisch berichtet werden...

    LG..Karin...

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  3. Puh.. Ich liebe ja solche Bücher, auch wenn sie sehr an meine Nerven gehen und mich völlig fertig zurücklassen ^^ Tolle Rezension, vielen Dank dafür :)

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