Mittwoch, 15. Februar 2017

Rezension - Der Axolotlkönig


Format: Ebook / Taschenbuch
Seitenzahl der Print-Ausgabe: 205 Seiten
HIER könnt ihr den Roman bestellen.
 

Eine Träne im Wasser.
Ein Splitter im Herzen.
Ein verwunschener Prinz.


Als der Spiegel ihrer Großmutter zerbricht, verliert Leonie mit der Erinnerung an sie auch den letzten Halt in ihrem Leben. In der Schule nur als Brillenschlange gehänselt und verlacht, hat sie längst aufgegeben dazugehören zu wollen. Ihr bleibt nur eine Möglichkeit, mit allem fertig zu werden.
Eine beschissene Möglichkeit, wie Fynn meint. Nur kann er ihr gerade keinen guten Rat geben, weiß er ja selbst nicht einmal, warum er sch plötzlich in Leonies Aquarium wiederfindet. Nur noch 20 cm groß mit glitschiger, kupferfarbener Haut und seltsamen Wucherungen dort, wo eigentlich sein Hals sein sollte, werden die zehn Quadratmeter ihres Zimmers seine neue Welt. Bevor er das Rätsel seiner Verwandlung allerdings lüften kann, enthüllt eine blutige Scherbe ihm Leonies bitteres Geheimnis.
Nun hat er die Wahl: Will er weiter in Selbstmitleid baden, oder wird er die helfende Hand, die Leonie braucht.


Leonie hat es nicht leicht im Leben... In der Schule wird sie gemobbt, und als Witzfigur im Internet verhöhnt. Ihre geliebte Großmutter ist verstorben, und nun fühlt sie sich komplett alleine gelassen.
So alleine, daß sie nur eine einzige Möglichkeit sieht, um mit dem Schmerz zurecht zu kommen...
Ganz anders sieht es dagegen in Fynns Leben aus! Er, der beliebte und reiche Junge, den einfach alle anhimmeln, und dem alle Wege offen stehen.
Naja, bis zu dem Tag, an dem er sich plötzlich auf dem Schulklo in einen Lurch verwandelt!
Und ausgerechnet Leonie nimmt sich seiner an....

Ich war ja schon sehr gespannt auf den ersten Roman der Märchenspinnerei.
Sylvia Rieß hat den Anfang gemacht und gleich zwei bekannte Märchen in die heutige Zeit versetzt:
Der Froschkönig und Die Eiskönigin.
Märchenadaptionen gibt es ja mittlerweile viele und der Hype scheint auch kein Ende zu nehmen.
Doch hier gibt es eine Besonderheit:
Es erinnert nur wenig an Versionen, die viele nur all zu gerne lesen: Prinzessinnen in wunderschönen Ballkleidern treffen auf ihren Traumprinzen, und alles wird wunderschön. Im besten Fall reiten sie noch gemeinsam in den Sonnenuntergang ;-)

Leonie ist so ganz und gar keine Prinzessin, sondern ein Mädchen, wie es sie heutzutage leider viel zu oft gibt. Sie wird von Mitschülern fertig gemacht, und schafft es nicht, damit umzugehen...
Für sich selbst findet sie einen furchtbaren Ausweg....
Doch bis dahin sind ihre einzigen "Freunde" irgendwelche Menschen im Internet, die leider auch ihre eigenen Probleme haben und ihr nicht wirklich helfen können.

Ich wusste bereits im Vorfeld, daß diese Geschichte kein typisches Märchen sein wird, und war trotzdem mehr als überrascht!
Der ernste Hintergrund und Leonies Geheimnis haben mich geschockt und zeitweise echt mitgenommen.
Vermutlich kennen viele das Gefühl missverstanden und ausgelacht zu werden, alleine zu sein,...
Einige kommen damit zurecht, und andere nicht....
Die Geschichte wird ja nicht nur aus Leonies Sicht erzählt, sondern auch aus Fynns.
Obwohl er offensichtlich das größere Problem hat (wer möchte sich schon mit einem schleimigen Leben in einem Aquarium abfinden ;-), waren diese Szenen dann doch sehr erheiternd und lockerten die Geschichte wieder auf.
Doch auch Fynn wird der Ernst der Lage irgendwann bewusst, und er versucht, trotz seiner Verwandlung Leonie zu helfen.

Es gibt noch einige andere Charaktere, die wichtig sind, und die ihren Teil dazu beitragen, um ein Happy End für die Geschichte zu erreichen.
Ob es gelingt, Leonie aus ihrem Tief zu befreien und Fynn wieder ein Mensch wird, das verrate ich hier an dieser Stelle natürlich nicht. Dafür müsst ihr die Geschichte schon selbst lesen.

Während das Cover meiner Meinung nach ja eher nach einer mittelalterlichen Fantasy-Geschichte aussieht, hat die Autorin etwas Modernes geschrieben, mit einem leider weitverbreitenden Problem: Mobbing!
Dieser Roman regt zum Nachdenken an... wie oft teilen Menschen verbal aus, vorallem wenn sie unter Freunden sind, am PC sitzen, oder der Meinung sind, ein perfektes Opfer für ihren Spott gefunden zu haben.
Vielen ist es garnicht bewusst, was sie mit ihren Worten anrichten, und vermutlich bringt es auch nichts, sie darauf hinzuweisen. Sie werden sich verteidigen und zu Unrecht angegriffen fühlen.
Trotzdem gibt es so viele Mädchen und Jungen, die genau wie Leonie, keinen Ausweg meht sehen.
Durch solche Romane wird die Welt zwar nicht verändert, aber vielleicht sensibilisieren sie unsere Mitmenschen. Achtet auf die Menschen in Eurem Umfeld, und helft, wenn es nötig erscheint.
Manchmal braucht man garkeinen verzauberten Prinzen, sondern einfach nur jemanden, der aufmerksam ist und zuhört.
Wow, aus einer normalen Buch-Rezension wurde direkt noch ein Vortrag zur Verbesserung der Menschheit. Man sieht also, mich hat "Der Axolotlkönig" zum Nachdenken gebracht, und vielleicht geht es anderen Lesern ja auch so.

HIER auf der Seite der Märchenspinnerei könnt ihr Euch über weitere Veröffentllichungen informieren, denn jeden Monat wird es weiteres "Märchen" geben.
Auch über das nächste werde ich Euch hier berichten :-)


Für mich ein Lesehighllight zu einem sehr ernsten Thema, 
mit dem sich jeder beschäftigen sollte!
Meine Bewertung: 5 von 5 Sterne!!!
  

Sylvia Rieß wurde 1985 in einer Kleinstadt im Lahntal geboren und wuchs im ländlich geprägten Mittelhessen auf.
Mit dem Schreiben von Geschichten hat sie schon früh begonnen, für sich selbst allerdings beschlossen, davon nicht ihren Lebensunterhalt abhängig zu machen. Als vielseitig interessiertes Kind war es auch immer ihr Traum Tierärztin zu werden und eben nebenher zu schreiben, damit das, was einmal veröffentlicht werden würde, ganz ohne Druck entstehen konnte.
Diesen Traum hat sie sich bewahrt und begann nach dem Abitur und einem Sabbatjahr in Neuseeland das Studium der Veterinärmedizin in München, welches sie in Gießen im Jahr 2012 abschloss.
Der Zufall verschlug sie dann wieder zurück in die Heimat, wo sie heute mit ihrem Mann, ihren zwei Katzen und ihren Pferden lebt. Sie arbeitet in einer Gemischtpraxis auf dem Land und, wie könnte es anders sein, schreibt in ihrer Freizeit immer noch.
Mit der Veröffentlichung ihres Erstlings, der gleichzeitig der Einstieg in eine epische Fantasy-Reihe ist, erfüllte sie sich schließlich den Traum Tierarzt und Schriftstellerin zu sein. Auch wenn das Schreiben damit zu mehr als einem Hobby geworden ist, und sie beides manchmal ziemlich fordert, könnte sie es sich nicht anders vorstellen.

1 Kommentar:

  1. Hallo und guten Tag,

    das mit der Märchenspinnerei gefällt mir gut.

    Danke für den Beitrag dazu...LG..Karin...

    AntwortenLöschen